Für Güterhändler & Kunsthandel

Bargeld ist Ihr Geschäft — und genau deshalb schaut die Aufsicht hin

Güterhändler, Kunstvermittler und Kunstlagerhalter sind Verpflichtete nach § 2 Abs. 1 Nr. 16 GwG. Heute hängen die vollen Sorgfaltspflichten an Bargeld-Schwellen — 10.000 €, bei Edelmetallen schon 2.000 €, im Kunsthandel 10.000 € unabhängig von der Zahlungsart. Ab dem 10. Juli 2027 kommt die EU-weite Bargeldobergrenze von 10.000 € hinzu, mit Identifizierungspflichten ab 3.000 € Bargeld. CompliDesk baut diese Schwellen direkt in Ihren Verkaufsablauf ein.

Die Schwellen im Überblick

Ab wann Ihre Sorgfaltspflichten greifen

Vier Zahlen entscheiden über Ihre Pflichten — und sie unterscheiden sich je nach Ware und Zahlungsart:

10.000 € Bargeld — alle Güterhändler

Die vollen Sorgfaltspflichten greifen bei Bargeldtransaktionen ab 10.000 € — auch dann, wenn der Betrag in mehrere Teilzahlungen gestückelt wird.

2.000 € — Edelmetallhändler

Wer mit Gold, Silber oder Platin handelt, identifiziert seine Kunden schon ab 2.000 € Bargeld — die mit Abstand niedrigste Schwelle im Warenhandel.

10.000 € — Kunsthandel, jede Zahlungsart

Kunstvermittler und Kunstlagerhalter treffen die Sorgfaltspflichten ab 10.000 € unabhängig davon, ob bar, per Überweisung oder Karte gezahlt wird.

Verdacht — ohne jede Betragsgrenze

Deutet ein Sachverhalt auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung hin, gelten Identifizierungs- und Meldepflichten unabhängig vom Betrag.

Aufsicht: die nach Landesrecht bestimmten Behörden — je nach Bundesland etwa Regierungspräsidien oder Bezirksregierungen (§ 50 GwG). Unsicher, was für Ihren Handel gilt? →

Der Stand heute

Was das GwG von Ihrem Handel schon jetzt verlangt

Die AMLR ist kein Start bei null — diese Pflichten gelten heute.

Jeder gewerbliche Händler ist Verpflichteter

Güterhändler, Kunstvermittler und Kunstlagerhalter sind Verpflichtete nach § 2 Abs. 1 Nr. 16 GwG — vom Autohaus über den Juwelier bis zur Galerie. Die vollen Sorgfaltspflichten hängen an den Bargeld- bzw. Kunst-Schwellen; das Risikomanagement daran, ob Sie solche Geschäfte tätigen.

goAML-Registrierung: Übergangsfrist läuft

Seit dem 1. Januar 2024 ist die Registrierung im goAML-Portal der FIU grundsätzlich Pflicht — auch ohne je eine Verdachtsmeldung abzugeben. Für Güterhändler gilt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2027; wer meldet, muss sich aber schon vorher registrieren. Verdachtsmeldungen (§ 43 GwG) gehen elektronisch über goAML an genau eine Behörde.

Der Herkunftsnachweis als Realität im Handel

Seit dem 8. August 2021 verlangen Banken einen Herkunftsnachweis: bei Bareinzahlungen eigener Kunden über 10.000 €, bei Gelegenheitskunden bereits ab 2.500 €. Wer größere Barumsätze einzahlt, kennt die Fragen — dieselbe Logik erwartet die Aufsicht in Ihren eigenen Prozessen.

Transparenzregister bei Firmenkunden

Bei Geschäften mit Gesellschaften gehören wirtschaftlich Berechtigte, Transparenzregister-Abgleich und die Unstimmigkeitsmeldung (§ 23a GwG) zu den Sorgfaltspflichten.

10. Juli 2027

Was die AMLR für Händler ändert

Für kaum eine Branche ändert die AMLR so viel wie für den bargeldintensiven Handel. Zum vollständigen AMLR-Überblick →

01

Die EU-Bargeldobergrenze — ein Novum für Deutschland

Ab dem 10. Juli 2027 dürfen im geschäftlichen Verkehr Barzahlungen über 10.000 € weder angenommen noch geleistet werden (Art. 80 AMLR) — auch in Teilbeträgen. Deutschland kennt bis heute keine allgemeine Bargeldobergrenze; für bargeldintensive Händler ist das die größte Umstellung.

02

Die neue 3.000-€-Bargeld-Schwelle

Gelegentliche Bargeldtransaktionen ab 3.000 € lösen künftig Identifizierungspflichten aus — deutlich unterhalb der heutigen 10.000-€-Schwelle für Güterhändler.

03

Luxusgüter ausdrücklich erfasst

Die AMLR erweitert den Anwendungsbereich auf Händler von Luxusgütern und Kulturgütern oberhalb von Schwellenwerten; Edelmetall- und Edelsteinhändler bleiben erfasst.

04

Vom GwG zur unmittelbar geltenden EU-Verordnung

Die Verordnung (EU) 2024/1624 ersetzt die materiellen GwG-Pflichten — unmittelbar geltend, EU-weit wortgleich. Kassen- und Verkaufsprozesse müssen die neuen Schwellen abbilden.

05

„25 % oder mehr" bei Firmenkunden

Wer exakt 25 % der Anteile hält, wird erstmals wirtschaftlich Berechtigter — relevant bei jedem Geschäft mit Gesellschaften oberhalb der Schwellen.

06

Neue Compliance-Rollen und 5-Jahre-Aufbewahrung

Compliance-Manager (Leitungsebene) und Compliance-Officer müssen benannt sein — eine Person darf beide Rollen übernehmen, wo Größe und Risiko es rechtfertigen. Unterlagen: fünf Jahre aufbewahren, danach löschen.

Wie CompliDesk hilft

Compliance, die den Verkauf nicht aufhält

CompliDesk Deutschland ist von Anfang an für die AMLR gebaut — und in Australiens AML-Reform 2026 mit echten zahlenden Firmen erprobt. Für Händler sieht das so aus.

Schwellen-Warnungen an der Kasse

Warnungen an der 10.000-€-Grenze (inkl. Stückelungs-Logik), der 2.000-€-Edelmetall-Schwelle und künftig der 3.000-€-Bargeld-Schwelle — die Regeln stecken im Ablauf, nicht im Gedächtnis des Verkaufsteams.

Kunden in Minuten identifizieren

KYC per sicherem Link am Smartphone des Kunden, KYB mit Handelsregister-Abgleich für Firmenkunden — ohne den Verkauf aufzuhalten.

Sanktions- & PEP-Screening

Kunden und wirtschaftlich Berechtigte gegen die konsolidierte EU-Sanktionsliste, UN-Listen und PEP-Datenbanken screenen — mit vollständigem Entscheidungsprotokoll.

Risikoanalyse & Richtlinien-Paket

Risikoanalyse (§ 5 GwG) und interne Grundsätze für Ihren Handel — verständlich formuliert, auf die AMLR gemappt.

Verdachtsmeldungs-Assistent

Verdachtsmeldungen strukturiert vorbereiten und die goAML-Abgabe nachverfolgen — eine Meldung, eine Behörde.

Prüfpfad für die Länder-Aufsicht

Jede Identifizierung, jedes Screening und jede Entscheidung mit Zeitstempel — bereit, wenn Regierungspräsidium oder Bezirksregierung Nachweise sehen wollen.

Ihre Kunden- und KYC-Daten liegen in der EU — AWS eu-west-1 (Dublin). Mehr zu Sicherheit & Datenstandort → Preise ab 19 € pro Monat zzgl. USt. — kostenlos während des Frühzugangs. Zu den Preisen →

AMLR-bereit werden

Machen Sie Ihren Handel vor dem 10. Juli 2027 bereit

Sehen Sie, wie CompliDesk Schwellen-Warnungen, Identifizierung, Screening und Verdachtsmeldungen in Ihren Verkaufsalltag einbaut — oder sichern Sie sich kostenlosen Frühzugang.

Auch für Immobilienmakler und Treuhand- & Gesellschaftsdienstleister.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Diese Seite informiert allgemein über die Pflichten von Güterhändlern, Kunstvermittlern und Kunstlagerhaltern nach dem Geldwäschegesetz und der Verordnung (EU) 2024/1624. Regulatorische Details entwickeln sich bis 2027 weiter. Prüfen Sie Primärquellen (EUR-Lex, AMLA sowie Ihre nach Landesrecht zuständige Aufsichtsbehörde) und holen Sie qualifizierten Rat ein, bevor Sie handeln.