Der Markt für AML-Software ist groß — gebaut wurde das meiste davon für Banken. Für eine Steuerkanzlei, ein Maklerbüro, einen Händler oder einen Treuhanddienstleister entscheidet nicht die Feature-Liste, sondern ob das Werkzeug die eigenen gesetzlichen Pflichten wirklich abbildet.
Diese Prüfliste ist anbieterneutral: Stellen Sie die Fragen jedem Anbieter — auch uns.
Schritt für Schritt
1Bildet es das deutsche Regelwerk ab?
Kataloggeschäfte für Rechtsanwälte, Güterhändler-Schwellen (10.000 € / 2.000 € Edelmetalle / Kunst), die 10.000-€-Miete-Schwelle für Vermietungsmakler, Unstimmigkeitsmeldung nach § 23a GwG — generische Tools kennen davon nichts. Fragen Sie nach konkreten deutschen Workflows.
2Ist es AMLR-fest — oder nachgerüstet?
Ab dem 10. Juli 2027 gelten neue Schwellen (10.000 € / 3.000 € Bargeld), „25 % oder mehr“ bei wirtschaftlich Berechtigten und die neuen Compliance-Rollen. Fragen Sie: Wer pflegt das Regelwerk im Produkt nach — Sie oder der Anbieter?
3Unterstützt es den deutschen Meldeweg?
Verdachtsmeldungen laufen über goAML an die FIU — eine Meldung, eine Behörde. Gute Software bereitet die Meldung strukturiert vor und verfolgt die Abgabe nach; die Abgabe selbst bleibt bei Ihnen.
4Wo liegen die Daten?
Ausweisdaten und Prüfergebnisse sind hochsensibel. Fragen Sie nach Datenstandort (EU?), Verschlüsselung bei Übertragung und im Ruhezustand, AVV nach Art. 28 DSGVO und einer öffentlichen Unterauftragsverarbeiter-Liste.
5Gibt es einen echten Prüfpfad?
Zeitstempel auf jeder Entscheidung, fünf Jahre Aufbewahrung mit anschließender Löschung, Export für die Aufsicht. Ohne Prüfpfad dokumentiert die Software nur, dass Sie eine Software haben.
6Kann Ihr Team es ohne Projekt einführen?
Enterprise-Tools brauchen Einführungsprojekte und Schulungswochen. Fragen Sie nach der Zeit vom Vertragsschluss bis zur ersten sauber dokumentierten Mandantenannahme — und testen Sie das selbst in einer Demo.
7Passt das Preismodell zu Ihrer Größe?
Achten Sie auf die Basis der Bepreisung (pro Nutzer? pro Mandant? pro Prüfung?) und auf versteckte Mindestlaufzeiten. Für kleine Verpflichtete sind planbare Festpreise mit unbegrenzten Mandanten meist die ehrlichste Rechnung.
Unsere Antwort auf die Liste
CompliDesk beantwortet die Fragen so: deutsche GwG-Workflows und AMLR-Logik eingebaut, goAML-Unterstützung, EU-Hosting (AWS Dublin) mit AVV, lückenloser Prüfpfad — ab 19 €/Monat zzgl. USt., kostenlos im Frühzugang, unbegrenzte Mandanten.
Testen statt glauben
Jeder Anbieter klingt gut im Prospekt. Lassen Sie sich den kompletten Weg zeigen: Mandant anlegen → identifizieren → screenen → einstufen → Akte exportieren. Was dabei hakt, hakt später jeden Tag.
Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Dieser Leitfaden informiert allgemein über EU- und deutsche Geldwäschepflichten. Regulatorische Details entwickeln sich bis 2027 weiter — prüfen Sie Primärquellen (EUR-Lex, AMLA und Ihre zuständige Aufsichtsbehörde) und holen Sie qualifizierten Rat ein, bevor Sie handeln.