← Alle ArtikelAlle Unternehmen16. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit

PEP-Screening in der Praxis: politisch exponierte Personen erkennen und richtig behandeln

Wer als PEP gilt, was ein Treffer auslöst und wie Sie das Screening dokumentieren — der Praxisbeitrag für deutsche Verpflichtete.

„PEP" klingt nach Skandal — ist aber zunächst nur ein Status. Politisch exponierte Personen sind kein Vorwurf, sondern ein gesetzlicher Risikofaktor, der besondere Sorgfalt verlangt. Die Kunst liegt im nüchternen Umgang damit.

Wer PEP ist

Politisch exponiert ist, wer ein wichtiges öffentliches Amt ausübt oder ausgeübt hat: Regierungsmitglieder, Abgeordnete, hochrangige Richter, Botschafter, Führungsebenen staatseigener Unternehmen. Erfasst sind auch Familienmitglieder und bekanntermaßen nahestehende Personen — etwa der Geschäftspartner, mit dem der Amtsträger eine Gesellschaft teilt.

Was ein Treffer auslöst

Ein bestätigter PEP-Status führt in die verstärkten Sorgfaltspflichten: zusätzliche Abklärung — insbesondere zur Herkunft der Mittel —, die Zustimmung der Führungsebene zur Aufnahme oder Fortführung der Beziehung und eine engere laufende Überwachung. Ablehnen müssen Sie ein PEP-Mandat nicht; begründen und dokumentieren schon.

Die Praxis-Mechanik

  1. Beim Onboarding screenen: Mandant bzw. Kunde und alle wirtschaftlich Berechtigten gegen PEP-Datenbanken.
  2. Treffer bewerten: Namensgleichheit oder echte Identität? Die Bewertung mit Begründung dokumentieren — auch das „False Positive" gehört ins Protokoll.
  3. Laufend wiederholen: PEP-Status ändert sich mit Wahlen und Ernennungen. Ein Screening bei Aufnahme genügt nicht.
  4. Mit dem Sanktionsscreening verzahnen: Beide Prüfungen laufen sinnvoll im selben Ablauf — siehe Sanktionsscreening in der Praxis.

Der häufigste Fehler

Das undokumentierte Screening. Wer geprüft hat, aber nicht festhält, wen, wann, wogegen und mit welchem Ergebnis, hat aus Sicht der Aufsicht nicht geprüft. Prüfungsfest ist erst das Protokoll.

CompliDesk screent beim Onboarding und laufend — mit dokumentierter Trefferbewertung in der Akte. Kostenloser Frühzugang.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Dieser Artikel informiert allgemein über EU- und deutsche Geldwäschepflichten. Er ist keine Rechts-, Steuer- oder Compliance-Beratung. Regulatorische Details entwickeln sich bis 2027 weiter — prüfen Sie Primärquellen (EUR-Lex, AMLA und Ihre zuständige Aufsichtsbehörde) und holen Sie qualifizierten Rat ein, bevor Sie handeln.

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