← Alle GlossarbegriffeDeutscher Rahmen (GwG)

Geldwäschegesetz (GwG)

Definition

Das Geldwäschegesetz (GwG) von 2017, zuletzt 2026 geändert, ist Deutschlands zentrales AML-Gesetz. Es verpflichtet die in § 2 genannten Unternehmen zu Risikomanagement, Sorgfaltspflichten, Verdachtsmeldungen und Aufzeichnungen — bis die EU-Geldwäscheverordnung (AMLR) am 10. Juli 2027 seine materiellen Pflichten ablöst.

Was ist das Geldwäschegesetz?

Das Geldwäschegesetz — vollständig „Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten" — vom 23. Juni 2017 (zuletzt 2026 geändert) ist das Fundament der deutschen Geldwäscheprävention. Es legt fest, wer Verpflichteter ist (§ 2), welche Pflichten gelten und wer die Einhaltung beaufsichtigt (§ 50).

Die Kernpflichten im Überblick

  • Risikomanagement: eine dokumentierte Risikoanalyse (§ 5) und darauf aufbauende interne Sicherungsmaßnahmen (§ 6); bestimmte Verpflichtete müssen einen Geldwäschebeauftragten bestellen (§ 7).
  • Sorgfaltspflichten (§ 10): Identifizierung von Mandanten und wirtschaftlich Berechtigten. Ausgelöst werden sie u. a. bei jeder neuen Geschäftsbeziehung, bei Gelegenheitstransaktionen ab 15.000 €, bei Kryptowerte-Transfers ab 1.000 € und bei jedem Geldwäscheverdacht (§ 10 Abs. 3).
  • Verdachtsmeldungen (§ 43): Meldung verdächtiger Sachverhalte an die FIU, elektronisch über goAML.
  • Aufzeichnung und Aufbewahrung (§ 8): Unterlagen sind fünf Jahre aufzubewahren und spätestens nach zehn Jahren zu löschen.
  • Transparenzregister-Pflichten: Einsichtnahme und Unstimmigkeitsmeldungen (§ 23a).

Heute vs. 10. Juli 2027

Das GwG gilt in seiner heutigen Form bis zum 10. Juli 2027. Dann übernimmt die unmittelbar geltende AMLR (Verordnung (EU) 2024/1624) die materiellen Pflichten — mit niedrigeren Schwellen (10.000 € statt 15.000 €, Bargeld-Identifizierung ab 3.000 €), einer EU-weiten Bargeldobergrenze und neuen Compliance-Rollen. Der institutionelle Rahmen — Aufsicht, FIU, Register — wird parallel über die Umsetzung der AMLD6 neu geordnet.

Für die Praxis heißt das: Wer heute GwG-konform arbeitet, hat die richtige Basis — sollte aber jetzt prüfen, wo die AMLR strenger ist. Bin ich Verpflichteter? hilft bei der ersten Einordnung.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Diese Definition informiert allgemein über EU- und deutsche Geldwäschepflichten. Regulatorische Details entwickeln sich bis 2027 weiter — prüfen Sie Primärquellen (EUR-Lex, AMLA und Ihre zuständige Aufsichtsbehörde) und holen Sie qualifizierten Rat ein, bevor Sie handeln.

AMLR-bereit vor dem 10. Juli 2027

CompliDesk macht aus diesen Pflichten einfache Workflows für deutsche Verpflichtete.